Andrea Gerth/Elmar Sing: Knatsch, Zoff und Keilerei


Andrea Gerth/Elmar Sing: Knatsch, Zoff und Keilerei

Artikel-Nr.: M 094
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Abstract
Allen Unkenrufen zum Trotz gibt es sie zahlreicher denn je: selbstverwaltete Betriebe und selbstorganisierte Gruppen. Nicht selten jedoch entwickelt der von außen auf die Gruppen wirkende Druck eine destruktive Dynamik, die die Arbeit der Kollektive zu lähmen droht. Die naheliegende Frage "Wie können Konflikte vermieden werden?" führt jedoch in die Irre. Dieses Buch weist einen anderen Weg: Konflikte sind Innovationspotentiale.
Sie sind nicht nur lästige Störungen, sondern gleichzeitig Chancen für eine positive Weiterentwicklung. Um diese Chancen zu nutzen, muß der gesamte Konfliktprozess von den Betroffenen aufgedeckt und verstanden werden. Dazu bietet dieses Lern- und Arbeitsbuch Hilfestellungen. Ursachen und Verlauf typischer Konflikte werden anhand von Theorien, die sich in der Beratungspraxis bewährt haben, erläutert und durch konkrete Beispiele dargestellt.
Ansätze zur Konfliktbewältigung werden aufgezeigt und können mit Hilfe dieses Handbuchs von der Betroffenen selbst weiterentwickelt werden.

Vorwort
Das vorliegende Lern- und Arbeitsbuch verstehen wir als Angebot für alle Gruppen und die darin engagierten Einzelpersonen, mögliche oder bereits bestehende Konflikte konstruktiv zu bewältigen. Die dazu notwendigen Methoden wurden für die im Vergleich zu anderen Gruppen unter besonders schwierigen externen und internen Bedingungen arbeitenden selbstverwalteten Betriebe entwickelt. Sie sind aber jederzeit auf andere Selbstorganisationen wie kulturelle, soziale oder politische Projekte übertragbar, Im folgenden Text sprechen wir daher nur noch von Gruppen. (..)
Gebrauchsanweisung für das Lern- und Arbeitsbuch
Im Verlauf der Bearbeitung sollen die Gruppenmitglieder zunächst befähigt werden, die eigene (Konflikt-)Situation selbst untersuchen zu können. Diese Selbstanalyse ist Voraussetzung für das Erkennen der Möglichkeiten der Selbsthilfe, zu denen die Gruppe greifen kann. Sie wird im fortgeschrittenen Konfliktprozeß jedoch bald an ihre (kreativen) Grenzen stoßen, so daß der Einsatz einer Dritten Partei notwendig wird. Eine gute Moderation von Diskussionen und Auseinandersetzungen ist in unseren Augen immer hilfreich, da sie die Teilnehmenden stark entlastet: thematische "Schiffsschaukeln" werden aufgebrochen, die Diskussion erhält eine klarere Struktur, die Gruppe muß nicht selbst auf den Gruppenprozeß achten (auf diesem Auge ist sie sowieso meist blind). Aus diesem Grund empfehlen wir, die vorbeugende und erst recht die aktuelle Arbeit an Konflikten immer gemeinsam mit einer Dritten Partei anzugehen. Im vorliegenden Buch wird allerdings nur dort, wo wir eine Hilfe von außen für unbedingt erforderlich erachten, darauf hingewiesen. Eine solche Fremdhilfe muß jedoch wiederum die Gruppenselbsthilfe vor Auge haben.
Hierin beruht auch der Schwerpunkt unseres Buches, das möglichst von der ganzen Gruppe bearbeitet werden soll. Es wäre ein völliger Mißbrauch, wenn sich nur eine Konfliktpartei mit Hilfe des Buches "konfliktschlauer" machen würde. Sie würde höchstwahrscheinlich das erlangte Wissen bewußt oder unbewußt dazu nutzen, die Konfliktgegner noch mehr in die Enge zu treiben. Ein ähnlich konfliktverschärfender Effekt tritt mit Sicherheit ein, wenn das Buch nicht von vorne nach hinten durchgearbeitet wird, sondern lediglich die "Methoden zur Konfliktbewältigung" als vermeintliche Rosinen herausgepickt und angewendet werden.
Seinen Sinn als Handbuch zur Konfliktbewältigung kann das Lern- und Arbeitsbuch nur durch die systematische Bearbeitung jedes Kapitels erlangen. Dabei ist die Suche nach Lösungen genauso wichtig wie die dadurch gefundenen Lösungen. Es kommt uns auf den positiven Lernprozeß an als Antwort auf den Konflikt als negativen Lernprozeß. Wiederholungen in den Themen, Fragestellungen, Vorgehensweisen etc. sind dabei durchaus erwünscht und besitzen Übungscharakter.
Eine solche systematische Bearbeitung kann mit einem Wochenend-Workshop beginnen, bei dem ein erster Teil der Ursachenanalyse vorgenommen wird. In weiteren ein- und zweitägigen Workshops werden die weiteren Schritte zur Konfliktbewältigung gemacht. Dieses "Konfliktbearbeitungsprogramm" ist in ca. 20 Wochen absolvierbar. Dabei finden die einzelnen Workshops in den unten angegebenen Kalenderwochen (gerechnet ab Beginn der Bearbeitung) statt. (...)
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Warum ein Lern- und Arbeitsbuch?
2. Konfliktpotentiale und -ursachen. Wodurch kann es zu Konflikten in einer Gruppe kommen? / Christine Fischer: "Teilzeitarbeit im Kollektive?" / Elmar Sing: "Reprojektierung der Projekte"
3. Anwendung: Analyse der Konfliktpotentiale und -ursachen.
4. Konfliktverlauf: Wie kommt eine Gruppe von gelegentlichem Knatsch über Zoff zu einer ausgewachsenen Keilerei? / Andrea Gerth: "Worum geht es denn nun eigentlich? Die Geschichte einer Konfliktverschiebung"
5, Anwendung: Analyse des Konfliktverlaufs
6. Konfliktgestalt - Wer streitet eingentlich wie mit wem wo über was? / Ein Beispiel / Roland Kreling: "Technologietransfer im Kollektiv - Eine szenische Geschichte für Alt und Jung"
7. Anwendung: Analyse der Konfliktgestalt
8. Gruppenpotentiale: Welche konstruktiven und destruktiven Kräfte entwickelt die Gruppe im Konflikt? / Hubert Kant: "Erfahrungen mit psychologischen Modellen und Methoden in selbst-verwalteten Betrieben"
9. Anwendung: Analyse der Gruppenpotentiale
10. Konfliktbewältigung: Wie können die einzelnen und die Gruppen konstruktiv mit Konflikten umgehen? / Andrea Gerth, Elmar Sing: "Supervision im TAK AÖ" / Andrea Heinevetter: Supervision als Methode der Konfliktbewältigung für die Gruppe und eine dritte Partei - Möglichkeiten und Grenzen an einem Fallbeispiel" / Harald Pühl: "Möglichkeiten der Supervision in selbst-verwalteten Betrieben und Projekten" / Torsten Eichler-Weiskorn: "Schiedsvertrag für den Gesellschaftervertrag einer GmbH" / Thomas Prader: "Schiedsvertrag" / Anhang: Literatur und Adressen, die im Konfliktfall weiterhelfen können.
AutorInnen
Andrea Gerth,  Beraterin
Elmar Sing, Unternehmensberater

 

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