Beate Kuhnt/Norbert R. Müllert: Moderationsfibel Zukunftswerkstätten


Beate Kuhnt/Norbert R. Müllert: Moderationsfibel Zukunftswerkstätten

Artikel-Nr.: M 166
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Beate Kuhnt/Norbert R. Müllert
Moderationsfibel Zukunftswerkstätten
verstehen - anleiten - einsetzen.
3. überarbeitete Auflage 2006.
2006 ISBN 978-3-930830-45-9, 236 Seiten/A4

Abstract
Zukunftswerkstätten sind ein soziales Problemlösungsverfahren, ein Instrument kreativer Gruppenarbeit. Damit können gruppengetragene Probleme gelöst, Themen durchdrungen und zukunftsweisend Anliegen bewältigt werden. Zielgerichtetes Vorgehen und methodisch kreatives Arbeiten in Gruppen prägen diesen offenen Prozess, der von den Teilnehmenden inhaltlich bestimmt und in seinem Fortgang ausgefüllt wird.
Die Moderationsfibel vermittelt die Grundlagen und Hintergründe der Werkstattmethode. Spezielle Anleitungstexte und methodische Details machen mit der Moderation einer zweitätigen Werkstatt vertraut. Das Handbuch hilft bei der Planung und Anleitung, der Dokumentation und Auswertung von Zukunftswerkstätten ebenso wie bei Moderationsproblemen. Methodische Anleitungskarten zum Herauskopieren erlauben, sich für die jeweilige Werkstatt oder eine Moderation das Benötigte schnell zusammenzulegen.
Ein Praxisbuch für Personen, die Gruppen und Initiativen, Sitzungen und Besprechungen leiten; Lehr- und Ausbildungskräfte; Fachleute aus Institutionen, Organisationen und Betrieben; Führungskräfte aus Verwaltung, Industrie und Wirtschaft.

Einleitung
Viele Anläufe zur Beteiligung von Interessierten und Betroffenen an Zukunftsfragen, fünfundzwanzig Jahre Zukunftswerkstätten, zehn Jahre Moderations ausbildung die soziale Problemlösungsmethode Zukunftswerkstatt hat sich durchgesetzt. Ihre fast universelle Ein satzbreite hat sie zu einem modernen Instrument zukunftsbezogener Gruppenarbeit gemacht. Je nach Anliegen helfen Zukunftswerkstätten, Probleme anzureißen, zu durchdringen oder zu lösen, bei Konflikten beratend zu wirken, aber auch für Themen von Morgen zu sensibilisieren.
Die Moderationsfibel ist als Praxisbuch angelegt. Es soll mit ihm in der Hand mit Gruppen gearbeitet werden: zum Verstehen und Er lernen der Werkstattmethode, zur Planung und Anleitung von Zukunftswerkstätten, zum Nachfragen und Vertiefen bei Moderationsschwierigkeiten, zum Dokumentieren und Auswerten und zum Planen von Nachfolgeaktivitäten. Sowohl der ausführlich beschriebene Ablauf einer Zwei-Tages-Werk statt - mit Anleitungstexten und Beispielen - als auch rund sechzig methodische Anleitungskarten unterstreichen den Charakter der unmittelbaren Nutzanwendung. Vor allem die Anleitungskarten zum Herauskopieren erlauben, sich für den jeweiligen Zweck das Benötigte schnell zusammenzulegen: für eine kürzere oder längere Werkstatt, zur Moderation einer Sitzung oder eines Kreativ-Workshops.
Zukunftswerkstätten eröffnen Chancen, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in Staat und Gesellschaft an der Ausgestaltung des Kommenden zu beteiligen, ebenso möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen und Institutionen, möglichst viele Kolleginnen und Kollegen in Parteien, Gewerkschaften, Initiativen, Verbänden und Kirchen. Zukunftswerkstätten verändern, indem Menschen den Mut finden, sich für zukunftsweisende Aufgaben und Vorhaben ein zusetzen. Zukunftswerkstätten schaffen Neues: in Form von Projekten, Projektvorschlägen, Projektideen.
Mit Zukunftswerkstätten zu arbeiten, ist eine Herausforderung und ein Geschenk in einem: Eine Herausforderung, weil die Teilnehmen den Ton angeben und die Moderation sich inhaltlich zurückhält und ein Geschenk, weil immer wieder Einfallsreichtum und Enthusiasmus von Werkstattgruppen faszinieren. Dieses Erleben anderen nicht nur zu vermitteln, sondern sie auch zu eigener Moderationstätigkeit zu befähigen, ist unser Hauptanliegen. Wir wollen unsere Begeisterung über Phantasievolles und Utopisches, über Konzipiertes und Entworfenes, über Projekte und Aktionen mit möglichst vielen Interessierten teilen. Das heißt, mit dem Moderieren anzufangen, erst mit kürzeren, dann mit längeren Sequenzen - und sich nicht zu scheuen, im Buch immer wieder nachzuschlagen, wie am besten fortzufahren ist.
Grundlage für dieses Buch sind zum einen die vielen über die Jahre hinweg durchgeführten Zukunftswerkstätten und zum anderen die Moderationsausbildungen. Alle Konzeptionselemente und Erfahrungen konnten wir in einem "Modellprojekt zur ökologischen Fortbildung von Moderatoren von Zukunftswerkstätten " verdichten, überprüfen und einer kritischen Reflexion aussetzen. Die zweijährige Langzeitfortbildung in fünf Fortbildungseinheiten und drei Praxisphasen bot die einmalige Chance, ein Curriculum für die Moderationsausbildung und Moderationsfortbildung zu entwickeln, Teile der vorliegenden Moderationsfibel zu evaluieren und immer wieder den kritischen Rückmeldungen der Teilnehmenden auszusetzen. Wir danken den Teilnehmenden für dieses diskursive und ermutigende Verfahren, der Evangelischen Landjugendakademie für die offene Lernatmosphäre sowie für die organisatorische und pädagogische Begleitung und dem Umweltbundesamt in Berlin für die finanzielle Förderung. Ökologische Themenstellungen, die im Mittelpunkt des Modellprojektes standen, bereicherten das Experimentieren mit der sozialen Problemlösungsmethode Zukunftswerkstatt und verdeutlichten, daß eine lebenswerte Zukunft nur durch ein utopisches Überschreiten der Gegenwart von den Betroffenen selbst entwickelt werden kann.
Unserer weiterer Dank gilt einigen Einzelpersonen: Stephan G. Geffers und Angelika Solle waren an den ersten Konzepten für Moderationsausbildungen beteiligt. Horst Mauer und Klaus Schirra setzten Impulse durch ihre Mitarbeit in Zukunftswerkstätten und Moderationsausbildungen. Hans-Heiner Heuser begleitete unsere Arbeit seit vielen Jahren anregend und kritisch; die zweijährigen Moderationsausbildungen wurden nur durch seinen Einsatz möglich; sein Beitrag in diesem Buch "Fragen lernen - Zukunftswerkstätten in der ökologischen Bildungsarbeit " unterstreicht seine fachliche Kompetenz. Peter Weinbrenner, seit vielen Jahren begeisterter ›Zukunftswerkstättler‹, las das Manuskript gegen den Strich und fungierte als kritischer Anmerker. Christina Herr brachte das gesamte Buch in seine endgültige Form, indem sie nimmer müde auf unsere Gestaltungswünsche einging, neue Vorschläge unterbreitete und uns mit ihrem Fachwissen in Layout und Satz beriet.
Beate Kuhnt und Norbert R. Müllert

Inhaltsverzeichnis
Zukunftswerkstätten verstehen
Das Drei-Phasen-Modell und sein Wirkungsspektrum / Über Einsatzspektrum, Werkstattypen und Ergebnisse / 24 Zur geschichtlichen Entwicklung
Zukunftswerkstätten vorbereiten
Inhaltliches und Organisatorisches / Bevorzugte Umgebung - benötigte Materialien / Notwendige Planung / Zukunftswerkstätten anleiten / Grundmuster und Trichterprinzip für eine Wochenendwerkstatt / Beginnen und
Hineinfinden /Beschwerde- und Kritikphase / Phantasie- und Utopiephase / Verwirklichungs- und Praxisphase
Zukunftswerkstätten abrunden
Das Selbstverständnis der Moderation / Bedeutung von Gruppenprozessen / Visualisierung und Raumaufteilung / Sozial-orientierte Moderationsmethoden / Mit Sozialer Kreativität zu utopischen Entwürfen / Umgang mit Unvorhergesehenem
Zukunftswerkstätten nachbereiten
Dokumentation und Auswertung / Unterstützung bei der Umsetzung
Zukunftswerkstätten einsetzen
Anliegen, Erfahrungen, Stellenwert / Fragen lernen / Zukunftswerkstätten in der ökologischen Bildungsarbeit / Zu Professionalisierung und Standards
Anhang
Anleitungskarten / Literaturnachweis / Moderationsindex / Kontaktadresse

Zur Autorin und Autor
Beate Kuhnt arbeitet seit Mitte der achtziger Jahre mit Zukunftswerkstätten. Sie führt Moderationsausbildungen durch und ist an Studien beteiligt. An der Universität Zürich konzipiert sie Weiterbildungen und Seminare für Berufstätige aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zu "Informatik-Fachdidaktik" und "Partizipativer Software-Entwicklung". Weiterhin ist sie als systemische Organisationsberaterin tätig.
Norbert R. Müllert hat zusammen mit Robert Jungk das Problemlösungskonzept "Zukunftswerkstatt" in den siebzi-ger Jahren entwickelt und seitdem in vielen Zukunftswerkstätten erprobt und verfeinert. Haupttätigkeitsfelder sind Zukunftsstudien, Durchführung und Auswertung von Zukunftswerkstätten sowie Moderationsausbildungen und Workshops zur Entfaltung Sozialer Kreativität und zum Streßabbau.


 

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