Olaf Schräder: Wohin wollen wir gehen?


Olaf Schräder: Wohin wollen wir gehen?

Artikel-Nr.: M 213
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homo oeconomicus und homo cooperativus – tragfähige Konzepte für die Zukunft?
Schriftenreihe des europäischen Masterstudiengangs Gemeinwesenentwicklung, Quartiersmanagement und Lokale Ökonomie an der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule München (www.macd.hmu.edu)
AG SPAK Bücher, 2008, ISBN 978-3-930 830-97-8, 124 Seiten

„In der heutigen Welt wird fast jeder Gegenstand unter ökonomischem Blickwinkel betrachtet, es sei denn, er kann dagegen verteidigt werden. Auch der Mensch wird mit diesem Blick untersucht. Dieses Paradigma bleibt nicht ohne Folgen.“ (Susanne Elsen) Ist dieser Blick auf Menschen zulässig und gerechtfertigt, oder muss es nicht darum gehen, den Menschen vor der Ökonomisierung zu schützen? Der Autor diskutiert Konzepte, die sich mit dieser Frage auseinander setzen. Sie umreissen auch immer, auf welche Art und Weise wir wirtschaften sollten. Es gibt eine Vielzahl von Modellen, die menschliches Verhalten unter einem bestimmten Blickwinkel erklärbar machen. Die Denkfiguren homo oeconomicus und homo cooperativus beleuchten das Spannungsfeld zwischen Egoismus und Altruismus, zwischen Individualität und Sozialität und beziehen dabei entgegengesetzte Positionen. Zwischen diesen beiden Ansätzen positioniert sich der homo oeconomicus-cooperativus, dessen andere Qualität deshalb nochmals genauer betrachtet wird. Die gestellte Frage, wohin wir gehen wollen, hängt eng mit der gewünschten gesellschaftliche Entwicklung zusammen. Die Folgen einer auf Eigennutz und Konkurrenz basierenden Zielsetzung zeigen sich im Modell des homo oeconomicus. Um diese zu vermeiden, ist es unumgänglich, dass die Menschheit zu mehr Solidarität und verantwortlicher Kooperation findet. Das Leitbild hierzu ist der homo cooperativus.

Einführung
In der heutigen Welt wird fast jeder Gegenstand unter ökonomischem Blickwinkel betrachtet, es sei denn, er kann dagegen verteidigt werden. Auch der Mensch wird mit diesem Blick untersucht. Dieses Paradigma bleibt nicht ohne Folgen. Es besteht deshalb die Notwendigkeit, sich mit der Frage zu befassen, ob dieser Blick auf Menschen zulässig und gerechtfertigt ist oder ob es nicht darum gehen muss, den Menschen vor der Ökonomisierung zu schützen. Deshalb werden hier Konzepte diskutiert, die sich mit dieser Frage auseinander setzen. Diese Konzepte machen auch immer Aussagen, auf welche Art und Weise wir wirtschaften sollten. Deshalb müssen natürlich auch diese Visionen mit diskutiert werden. Wohin wollen wir gehen? Die Fragestellung dieser Arbeit ist daher durchaus normativ zu verstehen. Auf Grund einer Analyse der hier vorzustellenden Konzepte muss eine Bewertung folgen, auch im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit der Konzepte. Aber auch daraufhin, ob sie dem Menschen gerecht werden. Es gibt eine Vielzahl von Modellen, die menschliches Verhalten unter einem bestimmten Blickwinkel erklärbar machen. Hier sollen aber nur drei Modelle vorgestellt werden, die sich auf besondere Weise gegenüber stehen. Andere Modelle, wie homo sociologicus, homo oecologicus usw. werden hier nicht berücksichtigt, denn sie haben einen anderen Betrachtungsgegenstand. Die Modelle homo oeconomicus und homo cooperativus kreisen um die Frage nach Egoismus und Altruismus und beziehen dabei entgegengesetzte Positionen. Hierbei stellt sich gleichzeitig die Frage nach Individualität und Sozialität. Zwischen diesen beiden Denkfiguren positioniert sich der homo oeconomicus-cooperativus, der deshalb auch betrachtet werden muss. Alle anderen Erweiterungen des homo oeconomicus, wie z.B. REMM (Resourceful, Evaluating, Maximising Man)4 werden hier ausgeklammert, da sie die Positionierung des homo oeconomicus nicht grundsätzlich verändern. Im ersten Teil wird die Denkfigur homo oeconomicus vorgestellt und diskutiert. Dabei sollen die theoretische Herkunft betrachtet und die Eigenschaften der Denkfigur erläutert werden. Daraufhin werden die Implikationen, die sich aus diesem Modell ergeben, beleuchtet. Abschließend folgt eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Figur. Der zweite Teil hat die Denkfigur homo oeconomicus-cooperativus zum Thema. Dort wird in aller Kürze dieses Modell vorgestellt und diskutiert. Die Denkfigur homo cooperativus wird im dritten Teil dargelegt. Auch hier sollen die theoretischen Grundlagen erörtert und die Eigenschaften erschlossen werden. Es werden dann ebenso die Implikationen betrachtet und abschließend wird die Denkfigur einer Kritik unterzogen. Der vierte Teil wird dazu dienen, eine Kritik zu formulieren, die sich aus allen drei Modellen ergibt. Der Modellcharakter selbst wird dazu in den Blick genommen werden. Abschließend wird der fünfte Teil eine Aussicht geben, in welcher Art und Weise die Modelle relevant sind und angewendet werden könnten. In diesem Teil soll auch die normative Frage nach einer Zukunftsorientierung beantwortet werden.

Inhaltsverzeichnis
Einführung I Die Denkfigur homo oeconomicus I Grundlagen I Das Newtonsche Weltbild I Thomas Hobbes und der Krieg aller gegen alle I Charles Darwin und die Evolutionstheorie I Adam Smith und der Beginn der Ökonomie I Der Utilitarismus Funktionsweise I Ökonomik als positive Theorie I Der methodologische Individualismus I Rationale Entscheidung I Restriktionen und Präferenzen I Nutzenmaximierung I Das Eigennutzaxiom I Altruismus und KooperationI Zusammenfassung Implikationen I Der homo oeconomicus als Menschenbild I Der homo oeconomicus und die Sozialwissenschaften I Konkurrenz und Marktwirtschaft I Der homo oeconomicus und die Hierarchie Kritik I Kritik am Umgang mit Darwin und Smith I Kritik am Utilitarismus I Kritik am methodologischen IndividualismuS I Rationale und andere Entscheidungen I Eigennutz und die Unmöglichkeit des AltruismuS I Abtrennung der Versorgungsökonomie I Ökonomie ist normativ I Zusammenfassung Strategische Kooperation: der homo oeconomicus-cooperativus I Grundannahmen I Das Gefangenendilemma I Die Evolution kooperativer Strategien I Schlussfolgerungen und Kritik Die Denkfigur homo cooperativus Grundlagen I Adam Smith und die Theorie der ethischen Gefühle I Charles Darwin und die sozialen Instinkte I Die Frühsozialisten I Peter Kropotkin: Gegenseitige Hilfe und Anarchismus I Erkenntnisse der Biologie und Neurobiologie I Eigenschaften I Individualismus versus Sozialität I Rationalität und Ethik I Kooperation I Eigennutz I Implikationen I Der homo cooperativus als Menschenbild I homo cooperativus und die Konkurrenzlogik I Kritik an der Marktwirtschaft und solidarische Ökonomie I Genossenschaften I Alternative Projekte der Informations-Technologie I Von der Herrschaft zur Kooperation / Kritik I Kritik am Umgang mit den Grundlagen I Kritik an den ethischen Ansprüchen I Kritik an den Implikationen Allgemeine Kritik an Modellen I Reduktionismus und Komplexität I Der freie Wille I Das Weltbild der modernen Physik I Das Problem des Determinismus I Das Problem der Willensfreiheit I Eine Lösung im Sinne dieser Betrachtung I Kritik am Determinismus des homo oeconomicus und des homo cooperativus Aussicht I Ökonomik und homo cooperativus I Anarchismus, Genossenschaftstheorie und homo oeconomicus I Soziale Bewegungen und homo cooperativus I Soziale Arbeit und Gegenseitige Hilfe I Gegenseitige Hilfe als gesellschaftliches Entwicklungsziel I Fazit

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