Hammerschmidt / Kötter / Sagebiel (Hg.) Europäische Union und Soziale Arbeit


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Hammerschmidt / Kötter / Sagebiel (Hg.) Europäische Union und Soziale Arbeit

Artikel-Nr.: M 309
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Hammerschmidt / Kötter / Sagebiel (Hg.)
Europäische Union und Soziale Arbeit
ISBN 978-3-945959-12-1 –  2016  –  178 Seiten – 16 €

Schriftenreihe Soziale Arbeit – Band 7 - der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule München

 

Blick ins Buch

 

Die Europäische Union erscheint als abstraktes Gebilde „weit weg“ von der hiesigen Sozialen Arbeit, die in ihrer berufl ichen Praxis als persönliche Dienstleistung „vor Ort“ vollzogen wird. Da die Europäische Union zudem nicht über Kompetenzen zur Regulierung des Berufszugangs und der Berufsausübung der Sozialen Arbeit in den Mitgliedstaaten verfügt, mag sie für die Profession bedeutungslos erscheinen. Dass eine solche Einschätzung trügt, die EU vielmehr gravierende praktische Auswirkungen auf den deutschen Sozialarbeitssektor zeitigt, über die jede/r BerufspraktikerIn im Bilde sein muss, sollen die Beiträge des vorliegenden Buches verdeutlichen.
Mit Beiträgen von: Hans-Jürgen Bieling, Peter Buttner, Peter Hammerschmidt, Anne Hans, Ute Kötter, Juliane Sagebiel, Ingeborg Tömmel, Norbert Wohlfahrt und Aysel Yollu-Tok.
 

Textauszug: Die öffentliche Daseinsvorsorge ist seit Inkrafttreten des Europäischen Binnenmarktes Objekt europäischer Liberalisierungs- und Privatisierungsprozesse. Dabei denkt die EU vor, was nationale Sozialpolitik werden soll: den Umbau von einem „statuskonservierenden“ in einen „sozialinvestiven“ Sozialstaat, der Bildung primär als beschäftigungsorientierte Ausbildung betrachtet („employability“, „lebenslanges Lernen“).

Die im Zentrum dieses Sozialmodells stehende Rede von der Eigenverantwortung rückt die Anstrengungen des Konkurrenzsubjekts, sich für den Markt fit und bereit zu halten, in das Zentrum sozialer Dienstleistungspolitik. Die von der EU verfolgte Strategie eines Umbaus des sozialen Dienstleistungssektors entfaltet ihre Wirkungen nicht nur in der Unternehmenspolitik der (gemeinnützigen) Dienstleistungsanbieter, sondern auch in der Finanzierung sozialer Dienstleistungen. Die Soziale Arbeit ist weniger Opfer als Gegenstand eines nationalstaatlich gewollten und von der EU forcierten Umbaus des sozialen Dienstleistungssystems hin zu einem an kapitalistischen Verwertungskriterien sich orientierenden „Sozialmarkt“.

Norbert Wohlfahrt

 

 

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